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Kapitel 3 - Der Kasseler Ofen

Irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts bauten wir in unserer Werkstatt dann einen sogenannten „Kasseler Ofen“, dessen Wände nun nicht mehr aus Töpfen bestanden sondern aus Schamottesteinen.

Der Kasseler Ofen war im Vergleich zu unseren heutigen Brennöfen riesig groß. Ein tunnelförmiger Raum von etwa 12 Metern Länge, 3 Metern Breite und ca. 2 Metern Höhe.

Karl Rennertz beim Kohleschippen

Abb.: Karl Rennertz beim Kohleschippen.
 Der Kasseler Ofen wurde zunächst mit Braunkohlenbriketts
vorgeheizt bevor mit Holz weitergefeuert wurde

Die dicken Wände gemauert aus mehreren Schichten feuerfester Schamottesteine. Die Wandoberflächen im Ofen waren vom jahrzehntelangen Salzen bedeckt mit einer dicken, verglasten, grünlich blau schimmernden Quarzschicht.

Die römischen Ziffern auf den Einmachtöpfen zeigen das Volumen in Litern (hier XXV für 25 Liter)

Abb.: Die römischen Ziffern auf den Einmachtöpfen zeigen
das Volumen in Litern (hier XXV für 25 Liter)

Die Einmachtöpfe wurden kunstvoll in mehreren Lagen übereinander- geschichtet. Zwischen den Töpfen legten die Meister immer wieder besandete Tonwürste, damit die Gefäße ein stabiles Lager haben und nicht aneinander festbacken. Außerdem benötigte das Feuer diesen Luftraum, damit es die Ware von allen Seiten erfassen kann und der Ofen richtig durchbackt.

Töpfermeister Karl Rennertz (1893 bis 1970) und Töpfermeister Gottfried Kuckertz (1902 bis 1985)

Abb.: Töpfermeister Karl Rennertz (1893 bis 1970)
und Töpfermeister Gottfried Kuckertz (1902 bis 1985)

Der Eingang des Kasseler Ofens wurde nach dem Vollsetzen zugemauert. Zuvor wurde im Türbereich noch ein Tonkreuz getöpfert und schließlich wurde die Ofentüre noch mit einem Strauß Buchsbaum und Weihwasser gesegnet, damit es guter Brand werde. Erst jetzt zündete der Töpfer das Brennholz an.

Eingang des Kasseler Ofens

Abb.: Eingang des Kasseler Ofens

Lesen Sie weiter im Kapitel 4 - Der Ofen wird gesalzen

Neues aus der Lehrwerkstatt

Neues aus der Lehrwerkstatt

Vor einiger Zeit hat Simon seine Töpferlehre begonnen. Klar, dass er mittlerweile schon so einiges dazugelernt hat.

Heute steht das Henkeln der Tassen auf seinem Arbeitsplan.

Lesen Sie die ganze Geschichte...

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